VIREN-KILLER: Büros und Schulen setzen im Kampf gegen Corona auf
UV-Strahlen

Weil Lüften nicht immer geht, sollen UV-Anlagen die Luft in Büros, Studios und Klassenzimmern desinfizieren. Die unsichtbaren UV-C-Strahlen neutralisieren Coronaviren.

 

Im Kampf gegen das Coronavirus ist regelmässiges Lüften wichtig. Doch nicht alle Innenräume lassen sich richtig durchlüften. Deshalb setzen Unternehmen und Schulen vermehrt auf ultraviolette UV-C-Strahler. Diese machen das Virus in der Luft unschädlich, ohne den Menschen zu gefährden. 

«Seit Corona kaufen vermehrt Unternehmen mit Grossraumbüros sowie Schulen UV-C-Desinfektionsgeräte bei uns», sagt Claude Haltiner, Geschäftsführer der PMI-Labortechnik GmbH. Die Firma stellt solche Geräte her und beliefert seit Jahren die Medizinbranche und die Pharmaindustrie. Dort werden die Anlagen eingesetzt, um Oberflächen, Luft und Wasser zu desinfizieren.

Damit die Schule nicht schliessen muss

Die Gesamtschule Unterstrass in Zürich setzt neuerdings auch auf UV-C-Strahlen-Geräte. «Wir wollten proaktiv handeln, um Corona-Ansteckungen zu verhindern und damit unsere Schule sicher nicht schliessen muss», sagt Schulleiter Dieter Rüttimann zu 20 Minuten. Die Anlagen sind seit Ende Oktober im Einsatz. 

«Die Geräte geben den Schülern, Eltern und Lehrern auch mehr Sicherheit», erklärt Rüttimann. Ein positiver Nebeneffekt: In den Schulzimmern riecht es seither besser, und die Luft ist frischer. Das regelmässige Lüften ersetzen die Geräte aber nicht. «Wir machen lieber zu viel als zu wenig», so Rüttimann.

Das Kosmetikinstitut Beauty Solution in Worb bei Bern nutzt die UV-C-Anlagen bereits seit Ende April. «Wir sind im Lockdown darauf gekommen, weil wir nur Dachfenster haben und dadurch nicht so gut lüften können», erklärt Geschäftsführerin Sabina Renfer.

Die Geräte würden dem Team und den Kunden mehr Sicherheit geben. «Gerade bei Behandlungen, bei denen die Kunden keine Maske tragen können», so Renfer. Auf ihre Empfehlung setzen inzwischen einige ihrer Berufskollegen UV-C-Strahler im Kampf gegen Corona in Kosmetikstudios ein. 

Auch der Flughafen Zürich testet die Strahler. Diese desinfizieren die Handläufe der Rolltreppen.

Strahlen sind nicht ungefährlich

Doch ungefährlich sind UV-C-Strahlen nicht: «Wer UV-C-Lampen nutzt, muss genau wissen, wie damit umzugehen ist», erklärt Claude Haltiner von PMI. Denn UV-C-Strahlen zerstören DNA und gelten deshalb als krebserregend.

Schulen und Büros setzen aber vor allem auf geschlossene, ozonfreie UV-C-Luftdesinfektionsgeräte. Dort sind die UV-Lampen verbaut, und es kommt zu keiner direkten Bestrahlung. «Dadurch ist das Produkt ungefährlich und einfach zu handhaben», so Haltiner.

Das bestätigt auch Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel: «Nur bei direkter Einstrahlung wirkt UV-C krebserregend.» Würden UV-Lampen so verbaut, dass Menschen nicht bestrahlt werden, bestehe keine Gefahr.

Lösung für Detailhandel?

In Deutschland testet der Detailhändler Edeka UV-C-Anlagen in einer Filiale, wie die «Frankfurter Allgemeine» schreibt. In der Schweiz sehen Detailhändler bisher davon ab, UV-Strahler einzusetzen. «Wir haben den Frischluftanteil in unseren Lüftungen maximiert und stellen den Schutz dadurch sicher», sagt etwa ein Coop-Sprecher. Auch Aldi und Lidl setzen auf Frischluftzufuhr: «Die mechanischen Lüftungsanlagen sind während der Öffnungszeiten konstant in Betrieb und versorgen die Filialen mit nahezu 100 Prozent Frischluft», heisst es vonseiten Aldis. Migros verzichtet ebenfalls, man verfüge über bewährte Schutzkonzepte, und es sei seit Ausbruch der Pandemie zu keinen nennenswerten Krankheitsausbrüchen gekommen.

Quelle: 20 Minuten, publiziert am 20.11.2020

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Artikel in Ihrem Netzwerk teilen: